Die Historie der CDU in Sachsen

Die CDU Sachsen kann heute auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken.

Hier können Sie sich über die Gründung der CDU Sachsen und deren Gründungsväter informieren. Aus den Erfahrungen des Dritten Reiches heraus gegründet, sah sich die Union in Sachsen sehr schnell mit der Entstehung der zweiten deutschen Diktatur konfrontiert.

 

Während sich christdemokratische Parteien in den westlichen Besatzungszonen schnell als Motor von Demokratisierung und Wiederaufbau etablieren konnten, wurde in der SBZ die Bedeutungslosigkeit demokratischer Parteien sehr schnell deutlich.

Zeittafel

Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches war der Grundstein für einen Neuanfang gelegt.

Schon am 10. Juni 1945 erlaubte die Sowjetische Militäradministration (SMAD) in ihrer Besatzungszone die Gründung politischer Parteien.

Der chronologische Abriss zeigt, wie sehr die Gründung der CDU Sachsen von der Gesamtentwicklung abhing.

Die Gründung der CDU in Sachsen 1945

von Dr. Ralf Thomas Baus

 

1945

 

Februar

  • 13./14.02.
    Großangriffe der alliierten Luftwaffe auf Dresden.

 
März

  • 05.03.
    Großangriffe der alliierten Luftwaffe auf Chemnitz.

 
April

  • 16.04.
    Sowjetische Truppen überschreiten bei Görlitz die Neiße.
  • 19.04.
    Amerikanische Truppen besetzen Leipzig.
  • 23.04.
    Konferenz der Orts- und Betriebsausschüsse des "Nationalkomitees 'Freies Deutschland'. Bezirk Leipzig", dessen Leitendem Komitee Pfarrer Arkenau angehört.
  • 25.04.
    Bei Torgau treffen amerikanische und sowjetische Truppen zusammen.
  • 26.04.
    Die amerikanische Besatzungsmacht ordnet die Auflösung der Komitees "Freies Deutschland" in Leipzig an.

 
Mai

  • 07./09.05.
    Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht im Hauptquatier Eisenhowers in Reims. Die Kapitulationsurkunde wird von Generaloberst Jodl unterzeichnet. Sie tritt am 9. Mai um 00:01 Uhr in Kraft. Im sowjetischen Hauptquatier in Berlin-Karlshorst wiederholen am 8. Mai Keitel, von Friedeburg und Stumpf auf Wunsch der sowjetischen Regierung mit ihren Unterschriften die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Sowjetische Truppen besetzen Dresden.
  • ab 09.05.
    Unbesetzte Land- bzw. Stadkreise Schwarzenberg, Stollberg und Aue bilden eigene, neue Verwaltungen (bis Juni).

 
Juni

  • 09.06.
    Bildung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD).
  • 10.06.
    Befehl Nr. 2 der SMAD: Zulassung antifaschistischer Parteien und Gewerkschaften in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).
  • 22.06.
    Zweite Zusammenkunft des Berliner Gründerkreises beschließt Annahme des Gründungsaufrufes und des Parteinamens Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDUD).

 

Gründung der Christlichen Volkspartei (CVP) in Chemnitz (Vorbesprechungen bereits seit 15. Juni) unter Leitung von Pfarrer Ludwig Kirsch. Kreuz wird Parteisymbol.

  • 26.06.
    Gründungsaufruf der CDUD in Berlin veröffentlicht.

Juli

  • 01.-04.07.
    Rückzug der britischen und amerikanischen Truppen aus Sachsen, Thüringen und Mecklenburg - Sowjet. Truppen übernehmen Besatzungsmacht - Einmarsch westlicher Truppen in Berlin.
  • 03.07.
    Bildung der Landesverwaltung Sachsen.
    Präsident: Dr. Rudolf Friedrichs (SPD), 1.Vizepräsident: Kurt Fischer (KPD), 2. Vizepräsident: Prof. Richard Woldt (SPD), 3. Vizepräsident: Dr. Wilhelm Lenhardt, (parteilos), 4. Vizepräsident: Dr. Reinhard Uhle (ehemals DDP), 5. Vizepräsident: Gerhard Rohner (parteilos, dann CDU).
  • 03.07.
    Gründung der CDU in Reichenbach/Vogtland (Stadtrat Karl Orlamünder).
  • 04.07.
    Veröffentlichung des Aufrufes "An das Volk" und der Leitsätze der Christlichen Volkspartei Chemnitz (CVP).
    Unterzeichner: Prof. Dr.-Ing. Julius Bach, Erich Barthold (Fabrikdirektor), Willy Böttrich (Beamter), Geyer (Modelltischler), Gleicher (Schlosser), Alois Hoschek (Textilfabrikant), Ludwig Kirsch (Pfarrer, Erzvikar St. Josef), Adalbert Küntzelmann (Studienrat), Dr. Neumann (Apotheker, Pharmazierat), Richter (Feinmechanikermeister), Dr. Otto Rode (Studienrat), Walter Rudlof (Gießereiarbeiter), Otto Schulze (Pfarrer/Schlosskirche), Dr. med. Steinbach (Ärztin).
    SMAD bestätigt die Länder- und Provinzialverwaltungen in der SBZ.
  • 08.07.
    Beschluss über die Gründung einer Deutschen Demokratischen Partei (DDP) mit starkem christlichen Flügel in Leipzig.
  • 09.07.
    Gründung der Partei Christlicher Demokraten in Annaberg (1. Vorsitzender: Nauke/ 2. Vorsitzender: Zenker).
  • 10.07.
    Registrierung und Zulassung der CDUD durch die SMAD.
  • 17.07.-02.08.
    Potsdamer Konferenz.
  • 22.07.
    Aufruf der "Demokratischen Partei Deutschlands" in Leipzig. Zu den Unterzeichnern gehören neben Richard Pudor, Freiherr von Stoltzenberg, Müller-Bernhardt und Hans Reif auch die späteren CDU-Gründer Karl Buchheim, Paul Nowak und Carl Günter Ruland.
    CVP Chemnitz gibt 20.000 Flugblätter "An die Christen aller Konfessionen" heraus.
    Gründungskundgebung der CDUD im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin mit der Grundsatzrede des 1. Vorsitzenden, Andreas Hermes.
    Erste Ausgabe der CDUD-Zeitung "NEUE ZEIT".
  • 31.07.
    "Richtlinien für die Christlich-Soziale Volkspartei" Dresden mit zehn programmatischen Schwerpunkten.
    Erste Öffentliche Mitgliederversammlung der Christlichen Volkspartei in Chemnitz im Juli 1945 mit 500 Teilnehmern im Haus der Chemnitzer Sozialversicherung [das genaue Datum war nicht zu ermitteln].

August

  • 04.08.
    Der christliche Flügel verlässt die Leipziger DDP und gründet die CDU in Leipzig. Teilnehmer der Gründungsversammlung: Carl Günter Ruland (Rechtsanwalt), Dr. Karl Buchheim (Studienrat), Pater Aurelius Arkenau, Otto Gallus (Angestellter), Erika Hippler (Wohlfahrtspflegerin), Heinz Lohmann (Kaufmann), Paul Nowak (Gewerkschaftssekretär), Joseph Rambo (Bankkaufmann), Georg Schneider (Filialdirektor), Anneliese Weisbender.
  • 16.08.
    Erste Sitzung des Landesausschusses des Blocks der antifaschistisch-demokratischen Parteien in Sachsen. Beauftragte der CSV: Wolfram von Hanstein, Friedrich Koring, Martin Richter.
  • 21.08.
    Umbenennung der Dresdner CSV in Christlich-Demokratische Union auf Verlangen der SMAD.
    Anschließend Lizensierung durch SMAD für Sachsen.
  • 22.08.
    Landesweite Registrierung der CDU Sachsen durch SMAD.
    Weitere christlich orientierte Parteigründungen übernehmen Parteinamen: Kreisverband Annaberg (Otto Metzner, Oberlehrer), Kreisverband Bautzen (Paul Bruger), Kreisverband Chemnitz-Stadt (Ludwig Kirsch), Kreisverband Dresden-Stadt (Rudolf Schmidt, Schulleiter), Kreisverband Leipzig (Carl Günter Ruland), Kreisverband Marienberg (Gottfried Höhne, Lehrer).
  • 28.08.
    Veröffentlichung des Berliner Gründungsaufrufs mit 30 sächsischen Unterschriften: Dr. Herbert Conert, E.H.I. Fennig, Dr. Otto Fiebiger, Otto Freitag, August Galland, Dr. Dorothea Haenel-Dietrich, Maria Hampel, Wolfram von Hanstein, Edmund Haupt, Hanns Herziger, D. Hugo Hickmann, Kurt Hoegg, Adolf Hofmann, Dr. Georg Jäckel, Franz Jensch, Dr. Heinrich König, Friedrich Koring, Hans Lanka, Gertrud Leske, Walter Lindner, Dr. Max Georg von Loeben, Hubert Moderegger, Gustav Noack, Martin Richter, Fritz Riebold, Gerhard Rohner, Karl Rudolph, Dr. Herbert Sattler, Dr. Hermann Vogel von Frommanshausen, Hans Hermann Weiße.
    Gründung des CDU-Kreisverband Aue-Schwarzenberg - In Eibenstock bereits bestehende DDP tritt der CDU bei (Hugo Schenk, Bankdirektor).
    SMAD genehmigt Kreisverband Meißen (Emil Trzaskalik, Bankkaufmann).
  • 30.08.
    Gründung der CDU in Thalheim/Erzgebirge (Ernst Hahn). 31.08. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Döbeln (Rudolf Bohlmann, Kaufmann), Flöha (Arno Häntzschel), Löbau (Hellmut Mehnert, Pfarrer) und Rochlitz (Johannes Sickert, Angestellter).

September

  • 01.09.
    SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Görlitz (Fritz Seichter, Bürgermeister a.D.) und Zwickau (Max Köhler, Kaufmann).
  • 04.09. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Pirna (Anton Kaczmarek, Glasmacher).
  • 06.09. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Dresden-Land (Walter Bergmann).
  • 10.09. Sächsische Landesverwaltung erlässt "Verordnung über die Bodenreform".
  • 12.09. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Dippoldiswalde (Wolfgang Geißler, Baumeister).
  • 13.09. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Großenhain (Bernhard Wiesner, Uhrmachermeister).
    Plakatierung des Gründungsaufrufs der CDUD in Leipzig mit Leipziger Unterschriften.
    Eröffnung der CDU-Kreisgeschäftsstelle im Leipziger Europa-Haus.
  • 15.09.
    Versammlung der Mitglieder und Vertrauensleute der CDU Leipzig im Gemeindesaal des Christlichen Volksdienstes. Referat des Berliner CDU-Hauptgeschäftsführers Remelé.
  • 21.09.
    SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Plauen (Hans Henke, Kaufmann).
  • 22.09. SMAS genehmigt CDU-Kreisverband Oschatz (Benno Kurze, Studiendirektor) und Freiberg (Dr. Werner Pallas, Studienrat).
  • 24.09. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Grimma (Rudolf Hensgen, Richter).
    CDU-Landesverband bezieht das Haus Königsbrücker Str. 9 in Dresden als Parteisitz.
  • 26.09. SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Auerbach (Hellmuth Möckel, Kaufmann).

Oktober

  • 08.10.
    SMAD genehmigt CDU-Kreisverband Kamenz (Josef Schierack, Stadtrat).
  • 09.10.
    Erste Kreiskonferenz der CDU Chemnitz mit 96 Delegierten - Wahl von Pfarrer Kirsch zum 1. und Adalbert Küntzelmann zum 2. Vorsitzenden.
  • 18.10.
    Gründung der CDU in Freiberg (Dr. Werner Pallas).
  • 19.10.
    Aufruf des Blocks der antifaschistisch-demokratischen Parteien, der Kirchen und des FDGB in Sachsen zur Aktion "Volkssolidarität gegen Wintersnot".
  • 20.10.
    Öffentliche Großkundgebungen der CDU in den Dresdner Stadtteilen Neustadt, Plauen und Striesen.
  • 21.10.
    1. Arbeitstagung des CDU-Landesverbandes in den Dresdner Ernemann-Werken mit einer Grundsatzrede von Andreas Hermes.
  • 22.10.
    Befehl Nr. 110 der SMAD: Landes- und Provinzialverwaltungen erhalten das Recht, Gesetze und Verordnungen mit Gesetzeskraft zu erlassen, wenn diese nicht Gesetzen und Befehlen der SMAD widersprechen. Bis dahin erlassene Gesetze und Verordnungen werden für rechtskräftig erklärt.
  • 29.10.
    Sächsische Landesverwaltung beschließt Enteignung der sächsischen Unternehmen des Flickkonzerns und ihre Überführung in Landeseigentum.
  • 31.10.
    SMAD-Befehl 126 über die Konfiskation des Eigentums der NSDAP, ihrer Organe und angeschlossenen Organisationen.
    Wiedereröffnung der Landesuniversität Leipzig.

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