Foto: Ulf Dahl/FP-Archiv
Foto: Ulf Dahl/FP-Archiv

07. Oktober 2010

 

Erweisung der letzten Ehre für Hans-Jörg Kannegießer

-mit großer Bestürzung und Bedauern haben wir die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres langjährigen Mitgliedes und ehemaligen Landtagsabgeordneten Dipl.-Ing., Hans-Jörg Kannegießer erhalten.-


Wie der VdK Sachsen e.V. am Mittwoch mitteilte, ist der langjährige Vorsitzende des Sozialverbandes und ehemalige Mitglied des sächsischen Landtages Hans-Jörg Kannegießer am Montag im Alter von 66 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.

 

Der Landesgeschäftsführer des VdK Sachsen Ralph Beckert, würdigte Kannegießer am Mittwoch als engagierten Streiter für behinderte und chronisch kranke Menschen, der sich über viele Jahre für eine gleichberechtigte Teilhabe eingesetzt hat.


Auch Sachsens Staatsministerin Christine Clauß (CDU) zeigte sich bestürzt über das plötzliche Ableben des 66-Jährigen.
"Mit Hans-Jörg Kannegießer verlieren wir einen einfühlsamen und engagierten Sachsen. Sowohl als Mitglied des Sächsischen Landtages als auch als Landesvorsitzender des VdK Sachsen hat er sich unermüdlich für die Belange von Menschen mit Behinderungen eingesetzt.", so Ministerin Clauß am Mittwoch in Dresden.

 

Kannegießer gehörte dem Landtag von 1990 bis 2004 an und war unter anderem Behindertenbeauftragter der CDU-Fraktion und Mitglied im Sozialausschuss. Außerdem engagierte er sich ehrenamtlich als Vorstandsmitglied im Förderverein Blindenbildung Chemnitz-Altendorf. In dieser Eigenschaft war er an wichtigen Gesetzgebungsvorhaben wie dem Landesblindengeld und dem Sächsischen Integrationsgesetz beteiligt.

 

Nach Angaben der sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz hatte er außerdem einen wichtigen Anteil an fraktionsübergreifenden Beschlüssen wie dem Bericht über die Lage behinderter Menschen und dem Bericht zur Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen im Dienst des Freistaates Sachsen.

 
Der engagierte Sozialpolitiker wurde erst im Juni diesen Jahres für weitere vier Jahre zum Landesvorsitzenden des VdK Sachsen gewählt.

 

Hans-Jörg Kannegießer

geboren am 09. Dezember 1943 in Meißen
verstorben am 04. Oktober 2010


Die Trauerfeier fand am

Freitag, dem 08. Oktober 2010, 14:00 Uhr
in der  Ev.-Luth. St. Pauli-Kreuz-Kirche,

Henriettenstraße 36, 09112 Chemnitz statt.

 

Die Familie bittet in seinem Sinne statt Blumen um eine Spende für den Verein Freunde/Förderer der Städtischen Musikschule e.V.,

BLZ 87096214, KtoNr. 300436129.

 

Die Kondolenzadresse lautet:

Herrn Ingo Kannegießer, Agricolastraße 51, 09112 Chemnitz

 

CDU-Kreisverband Chemnitz

Letzter Gastbeitrag für die CDU-Mitgliederzeitung 03/2009

Spezial 2: Ehrenämter unter der Lupe

Gastbeitrag: Hans-Jörg Kannegießer
Landesverbandsvorsitzender des Sozialverbandes VdK Sachsen e.V.
Mitglied des Bundesvorstandes

 

Liebe Parteifreunde,
mit diesem Gastartikel will ich ihnen mein Ehrenamt auch als Mitglied der CDU näher bringen.

 

Der Sozialverband VdK Sachsen ist in Sachsen der größte Interessenverband von Menschen mit Behinderungen, der Wehr- und Kriegsdienstopfer, der Rentnerinnen und Rentner und der chronisch
Kranken. Als Verband sind wir überparteilich tätig und bei uns sind Mitglieder aller Konfessionen oder Parteizugehörigkeit. Wir betreuen und beraten unsere Mitglieder in allen sozialrechtlichen Angelegenheiten, sind Gesprächspartner der Staatsregierung, der Parteien und treten als
Sachverständige im Sächsischen Landtag auf. Wir werden im Gesetzgebungsverfahren gehört und geben unsere Stellungnahme ab. Unsere Schwerpunkte in der sozialrechtlichen Beratung liegen im
Schwerbehindertenrecht nach Sozialgesetzbuch (SGB) IX, der Patientenberatung nach SGB V, in Fragen der Rentenversicherung nach SGB VI, der Pflegeversicherung nach SGB XI. Natürlich erhalten
unsere Mitglieder auch Hilfen in Fragen der Arbeit für Menschen mit Behinderungen, dem Kündigungsschutz oder der Hilfe zum Leben. Die Beratungstätigkeit erstreckt sich zur Hilfe im Antragsverfahren, der Vertretung vor den Behörden oder den Sozialgerichten bis hin zum
Bundesverfassungsgericht.

 

Unsere Mitglieder werden durch ein vielfältiges Freizeitangebot durch Veranstaltungen, Mitgliederversammlungen oder durch Reisen betreut. Inhalte der Veranstaltungen sind Informationen zu Fragen der Gesundheit, zum Verbandsleben oder kultureller Art wie Muttertag, Frühling- oder Sommerfeste oder der Auftritte von Musikgruppen. Wie erfolgreich unser Verband für seine Mitglieder wirkt, geht aus der Tatsache hervor, dass wir Leistungen in einem Gesamtumfang von über 3 Mio. € erwirkt haben.

 

Zu den wichtigen Aufgaben unseres Verbandes gehört auch die Erziehung von Kindern. Dazu betreiben wir sieben Kindertagesstätten, wo behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen spielen und entsprechend ihres Alters auch lernen. Weiterhin betreiben wir eine Wohnstätte für psychisch chronisch kranke Menschen.

 

Dort werden diese Bewohner auf ein Leben außerhalb der Wohnstätte vorbereitet. Viele von diesen gehen in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen arbeiten. Unser Verband ist Mitgesellschafter einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und der unabhängigen
Patientenberatungsstelle für Sachsen mit Sitz in Leipzig.

 

Im Freistaat Sachsen haben wir 14.500 Mitglieder und sind damit ein kleiner Landesverband innerhalb des Sozialverbandes VdK Deutschland mit über 1,4 Mio. Mitgliedern. In Deutschland wurde der VdK als reiner Kriegsopferverband im Jahre 1949 gegründet und hat sich im Laufe der
Jahre zum Sozialverband gewandelt. In Sachsen wurde der VdK am 7. Mai 1990 mit Unterstützung des Sozialverbandes VdK Bayern gegründet. Viele Kreisverbände haben noch heute partnerschaftliche Verbindungen zu Kreisverbänden in Bayern oder auch nach Baden-Württemberg.

 

In unserem Verband sind auch einige Selbsthilfegruppen sehr aktiv. So treffen sich Osteoporosegruppen, Gruppen der Amputierten oder junge Behinderte. Außerdem sind viele unserer Mitglieder als Behindertenbeauftragte in der Kommune oder in den Behindertenbeiräten
aktiv. Auch als ehrenamtliche Richter bei den Sozialgerichten sind viele Mitglieder tätig.

 

Wir sind ein eingetragener, juristisch selbstständiger Verband nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch und der ehrenamtliche Vorstand vertritt und haftet für das Verbandsgeschehen. Aller vier Jahre finden auf allen Verbandsebenen Vorstandswahlen statt. Das höchste Gremium ist der
Landesverbandstag. Viele Aufgaben sind einem Geschäftsführer übertragen worden. Dieser ist unter anderem für 175 Mitarbeiter in Teil- oder Vollzeittätigkeit verantwortlich. In allen größeren Städten
sind hauptamtliche Mitarbeiter tätig und führen die Beratungstätigkeit durch und auch die Betreuung der Mitglieder. Alles in allem kann gesagt werden, wir sind ein moderner sozialer Dienstleister.

 

Unser Verband ist politisch aber nicht parteipolitisch tätig. So ist die durch die Bundesregierung ratifizierte und in Kraft gesetzte UN Konvention über die Rechte für Menschen mit Behinderungen eine wichtige Grundlage unseres Handelns. Schwerpunkte unserer politischen Arbeit ist eine
bauliche barrierefrei Gestaltung, eine Teilnahme Aller am öffentlichen Personennahverkehr die verbesserte Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen, verständliche Gestaltung von Bescheiden und Verwaltungsvorschriften (barrierefreie Kommunikation) oder ganz einfach eine Teilhabe Aller im gewohnten Lebensumfeld. Die Menschen mit Behinderungen geben dafür Impulse und machen dadurch Vorschläge für eine Kind- und Seniorengerechte Umgebung. Der Nutzen ist
außerdem von hoher wirtschaftlicher Bedeutung, denn es können dadurch Menschen mit Behinderungen an unseren kulturellen und touristischen Regionen teilnehmen.

 

Menschen mit Behinderungen leben in Familien und diese können gemeinsam Urlaub verbringen. Ein wichtiges landespolitisches Anliegen gegenüber dem Bundesverband ist die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West. Dazu gehört auch die Angleichung der Renten. Dabei geht unser Verband nicht populistisch vor sonder mit großer Verantwortung. Als ein wichtiger erster Schritt ist die Vermeidung von Altersarmut. Deshalb schlagen wir die Wiedereinführung einer
gesetzlichen Alterrente nach Mindesteinkommen, wie bis 1992 realisiert, vor. Damit kann künftig, allein bei den Männern, eine Altersarmut von 30 % verhindert werden. Allein eine juristische Angleichung der rentenrechtlichen Vorschriften würde bei vielen Ostdeutschen zu einer
verminderten Rentenauszahlung führen.

 

Zur Durchsetzung dieser politischen Forderungen entwickeln und führen wir Projekte durch. So fand im April eine Fachkonferenz zur verbesserten Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen gemeinsam mit dem Unternehmerverband Sachsen statt. Im Oktober wird in der Chemnitzer
Stadthalle eine Veranstaltung zum barrierefreien Tourismus gemeinsam mit der Staatsregierung und der Chemnitzer Marketing und Tourismusgesellschaft realisiert.

 

Das insgesamt erfolgreiche Wirken drückt sich auch in vielen kooperativen Mitgliedschaften aus. So gehören viele Verbände, wie Rheumaliga, Diabetikerbund und viele andere, zu uns. Aber auch kleine Vereine, wie der Förderverein für Eltern krebskranker Kinder, beraten und vertreten wir diese Mitglieder in allen sozialrechtliche Fragen.

 

All unsere Leistungen werden von den Mitgliedsbeiträgen, der wirtschaftlichen Tätigkeit unserer Zweckbetriebe und auch öffentlicher Förderung erzielt. Natürlich sind wir nicht Sorgenfrei. Die Umstellung der Bereitstellung von Fördermitteln in Folge der Funktionalreform von der
Landesebene auf die kommunale Ebene ist nicht gesichert. Dazu Zur Überwindung vorstehender Sorgen sind noch viele Gespräche mit den Landräten und Bürgermeistern nötig.

 

Alles in allem ist die Aufgabe als Landesverbandsvorsitzender eine dienende Aufgabe und ist ein Beitrag, wie solidarische Menschen mit ihrer Verschiedenheit umgehen können. Nach dem letzten Wahlergebnis bin ich als Christ im Verband akzeptiert und kann etwas für das christliche
Menschenbild und seiner Wert leisten.

 

Herzlichst
Ihr Hans-Jörg Kannegießer

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